Pressestimmen

Bericht vom 3. Februar 2012 im "Mannheimer Morgen":

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Auf die Plätze, fertig, Pfennigbasar: In der Variohalle des Rosengartens geht es seit gestern rund. Heute und Morgen geht das Welfare-Spektakel weiter. (Bild: DAFAK | Karla Schlichtmann) 

Wohltätigkeit: Beim Pfennigbasar des Deutsch-Amerikanischen Frauenarbeitskreises fließt jeder Cent in die Benefiz-Kasse

Kampf um Klunker und Krimskrams

Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Räuchle

Punkt 11 Uhr: Die Feuerwehr "flutet" die Variohalle und binnen weniger Minuten läuft das Untergeschoss des Rosengartens voll, strömen die Massen, füllen Geräusche und Gerüche den Riesenraum: Eröffnung beim Pfennigbasar 2012, wie immer seit 1982 ein bewegendes und bewegtes Kultereignis.

Alles im Griff

Menschentrauben umlagern trotz Eiseskälte schon eine Stunde vor dem Opening den Glaskubus, warten durchgefroren auf Einlass, und laufen doch ganz heiß, Hunderte sind am Start, gehen ab, als gäb's was umsonst. Und es ist ja auch recht und billig: Nigelnagelneue Herrenhandschuhe aus Leder, weich mit Wolle abgefüttert für drei Euro, das passt bei diesen Temperaturen perfekt. Oder ein Schlangenledergürtelchen, ganz schmal, wie sie jetzt modisch wieder im Kommen sind, lässt sich für 50 Cent leichten Herzens kaufen, für diesen Luxus braucht man den Gürtel nicht enger zu schnallen.

Umkämpft wie in jedem Jahr die Pelz-Abteilung und die Bastion des Modeschmucks, wo schnell mal dicke Luft entsteht, wenn's auch nur um Doublegold oder dicke Talmi-Klunker geht, das Habenwollen steigert sich schnell zum kleinen Ellenbogenangriff. Doch egal ob Rosenkranz mit Kruzifix oder Korallenkette - die sturmerprobten Mitstreiterinnen des Deutsch-Amerikanischen Frauenarbeitskreises haben alles im Griff und lassen aus Erfahrung nichts aus den Augen. Sie sind bestens gerüstet für das Benefiz-Manöver, einige schon seit 1982 standhaft im Gedränge und Gewoge, und werden am Morgen vor dem Gefecht gut eingeschworen auf das Großereignis. Ein Gläschen Sekt hebt die Stimmung und Backwerk - traditionell gesponsert von Sascha Grimminger - stärkt Nerven- und Durchhaltekraft für das Drei-Tage-Unternehmen.

Rund hundert Mitstreiterinnen kann Präsidentin Christine Müller beim Vorabempfang begrüßen, auch ein ranghoher US-Offizier zeigt in Paradeuniform bella figura bei den Ladies und Diana Crawford, Ehefrau des US-Kommandeurs Oberst Bruce T. Crawford, kommt als Botschafterin ihres Mannes aus Wiesbaden. Ein Zeichen der Freundschaft, die weiterbesteht, auch wenn die Army die Segel in Mannheim gestrichen hat. Angereist zum Penny-Basar ebenso Erste Bürgermeisterin i. R. Mechthild Fürst-Diery, die Frontfrauen befreundeter Clubs und vom Dachverband und CDU-Stadträtin Rebekka Schmitt-Illert überbringt die Grüße der Stadt. Dass kein Bürgermeister die Zeit zu einer Kurzvisite gefunden hat, enttäuscht schon ein wenig, aber Hausherr Michel Maugé singt das Hohelied auf die Damen und ihre Arbeit, die er nun zum letzten Mal in dieser Position begleitet - vielleicht mischt er im nächsten Jahr als Verkäufer mit und folgt damit dem Beispiel von Alt-Oberbürgermeister Gerhard Widder. Dem Ehrenbürger ist es seit seinem Amtsabschied eine Ehre, zusammen mit seiner Frau Karin der guten Sache zu dienen, und sich heute wieder die Schürze umzubinden. Auch Daniela Franz, Ehefrau von OB Dr. Peter Kurz, zeigt aus dem Stand Einsatzbereitschaft, sie hat keine Berührungsängste vor Second-Hand-Leibwäsche und bleibt gut gelaunt bei der Stange.

Truppe in Bestlaune

Um die Zukunft der deutsch-amerikanischen Freundschaft braucht man sich in diesem Kreis keine Sorgen zu machen, in alter Truppenstärke und Bestlaune geht es zur Sache, und die Spendenbereitschaft lässt nicht zu wünschen übrig. Ganze Berge von Röcken, Hosen, Mänteln, Pfannen im Dutzendsortiment, alte Sammeltassen oder fast neue Plüschtiere, Schuhe in allen Größenordnungen und Geschmacksrichtungen - der Pfennigbasar ist bestens bestückt und hat noch kistenweise Nachschub.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 03.02.2012

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